Vegane Crêpes | gelingsicher

Für mich gehört ein dekadentes Frühstück ebenso zum Wochenende, wie für viele das Ausschlafen.

Ein großer Tisch voller Brötchen und allerlei zum Drauftun hat mich da noch nie wirklich gereizt. Ich muss irgendetwas haben, dass ich mir unter der Woche definitiv nicht machen würde. Etwas aufwendiges, besonderes, was ein wenig Zeit in Anspruch nimmt und diese absolut wert ist. Zum Beispiel Crêpes.

Eigentlich könnte man auch etwas mehr variieren, aber Crêpes gibt es bei uns bestimmt jedes zweite Wochenende. Sie sind einfach zu gut.

Vegane Crêpes sind ja eine Sache für sich. Da die Bindung durch die fehlenden Eier schwieriger wird, war das Ganze bei mir früher jedes Mal ein Spiel mit dem Feuer. Lassen sie sich wenden oder nicht? Backen sie an? Zerreissen sie? Falten sie sich auf halbem Weg zusammen? Müssen sie dick wie deutsche Pfannkuchen werden, damit sie halten?

Das war nervenaufreibend, hat mich aber nicht vom jahrelangen Improvisieren abgehalten. Mal klappte es halt und mal wieder nicht. So richtig perfekt wurden sie allerdings nie.

...bis ich dann dieses Rezept entwickelte.

Ich nahm all mein Wissen zusammen und kreiierte dieses gelingsichere Rezept, dessen Ergebnis den originalen französischen Crêpes in nichts nachsteht. Die Bindung ist ausgezeichnet, sie sind elastisch und biegsam, lassen sich hauchdünn ausbacken und das sogar mit kaum Fett. Ein sparsames Auspinseln der Pfanne mit Kokosöl genügt.

Seitdem halte ich mich morgens peinlichst genau an meine eigenen Rezeptnotizen. Leider habe ich schon mehrmals die Erfahrung gemacht, dass sich dieses Rezept nicht frei Schnauze abwandeln lässt. Wann immer ich etwas maßgeblich verändert habe, ist es am Ende in die Hose gegangen und die Crêpes sind zerrissen oder dergleichen. Wer die Menge also abwandeln will, sollte einfach fix umrechnen. Für ca. 15 Stück also mal 1,6. Für 20 Stück mal 2,2.

Ein paar Bemerkungen zum Schluss
  • Das Kokosöl habe ich schon erfolgreich durch Alsan ersetzt, wer es gleichmäßig auspinselt könnte auch mit anderem Öl Erfolg haben. Die Verteilung ist hier das Wichtigste.
  • Wer kein Backpulver daheim hat, sollte es nicht mit Natron oder ohne probieren. Es ist wichtig für die Bindung. Bei der Verwendung von Natron habe ich eigenartigerweise einen starken schwefelartigen (also ei-igen) Geruch und Geschmack wahrgenommen, wahrscheinlich durch die chemische Reaktion.
  • Tapiokastärke ist ein einzigartiges Bindemittel. Maisstärke o.Ä. besitzen nicht die gleichen Eigenschaften, ausprobieren könnte man es vielleicht trotzdem (darauf gebe ich aber keine Garantie).
  • Das Lupinen- bzw. Sojamehl bindet durch seinen sehr hohen Proteinanteil, ergo könnte wahrscheinlich auch ein anderes sehr proteinhaltiges Mehl verwendet werden. Geschmacklich harmonieren die beiden für mich persönlich aber am Besten.
Nun aber viel Spaß beim Nachbacken!
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Vegane Crêpes

Ein gelingsicheres Basisrezept, das keinem Crêpeliebhaber fehlen sollte. Diese Crêpes sind hauchdünn, super elastisch und kommen auch sonst in jeder Hinsicht an das Original heran. Ob zum Sonntagsfrühstück oder einfach so - die Crêpes machen jede süße Füllung mit.
Vorbereitungszeit15 Min.
Zubereitungszeit40 Min.
Arbeitszeit55 Min.
Gericht: Basics, Brunch, Frühstück
Land & Region: Französisch
Portionen: 9 Stück

Equipment

  • beschichtete Pfanne
  • Pfannenwender
  • Rührschüssel
  • Waage oder Messbecher
  • Schneebesen

Zutaten

  • 200 g Weizen- oder Dinkelmehl *
  • 20 g Lupinen- oder Sojamehl
  • 10 g Tapiokastärke
  • 5 g Backpulver
  • 1 Prise (Meer)salz
  • 7 g Vanillezucker (oder 5g Vanilleextrakt)
  • 70 g Erythrit (oder 50g Rohrzucker/Xylit)
  • 10-15 g Mandelmus
  • 470 ml Wasser **
  • 6 g Kokosöl zum Bepinseln der Pfanne

Anleitungen

  • Als Erstes alle trockenen Zutaten abwiegen und miteinander vermischen. Dann das Mandelmus & das Wasser (bzw. die Pflanzenmilch) hinzugeben - und mit dem Schneebesen so lange rühren, bis ein glatter Teig entsteht.
    Falls man einen Teil des Mehles mit Vollkornmehl ersetzt haben sollte, braucht man evtl. etwas mehr Wasser.
  • Der Teig sollte jetzt ca. 10 Minuten ruhen, damit er quellen kann. Das ist bei solch flüssigen Teigen ganz wichtig, da das Mehl über die Zeit noch Wasser zieht. Etwaige Nachbesserungen in punkto Flüssigkeit sollten erst danach getroffen werden (wer auf Nummer sicher gehen will, wartet, bis der erste Crêpe aus der Pfanne raus ist).
  • Eine beschichtete Pfanne auf den Herd stellen und gleichmäßig mit Kokosöl einpinseln. Eine gute Pfanne braucht hier kaum Öl - die Verteilung ist wichtiger als die reine Menge.
    Bei meinem Herd (9 Stufen) ist anfangs 7 perfekt, über die Zeit stelle ich dann auf 6 herunter.
  • Nach und nach Teig eingießen und in der Pfanne schwenken, bis sich alles hauchdünn verteilt hat. Man neigt hier leicht dazu, eher zu viel als zu wenig zu nehmen, also Obacht. Lieber ein Stück mehr als einen dicken Pfannkuchen, der mit Crêpes nicht mehr viel zu tun hat.
  • Nach Lust und Laune garnieren und genießen.

Notizen

*Anteilig lässt sich das helle Mehl auch durch Vollkorn-, Emmer-, Buchweizenmehl o.Ä. ersetzen. 
**Die Kombi Wasser + Mandelmus lässt sich auch durch die gleiche Menge Pflanzenmilch ersetzen (also ca. 490ml). 

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Melina

Ich bin Melina, Studentin aus Hamburg & lebe seit 2013 vegan. An meinen Rezeptkreationen feile ich gerne ausgiebig herum und teile sie hier mit der Welt. Ich freue mich sehr über Feedback, Ideen und Anregungen - also zögert nicht, die Kommentarspalte zu benutzen!

2 Gedanken zu „Vegane Crêpes | gelingsicher

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