Richtig gute Lasagne mit Seitanhack | vegan

Lasagne war als Kind lange mein Lieblingsessen.

Es war eines der ersten Gerichte, die ich alleine zubereitet habe. Nachdem ich vegan wurde, hab ich ab und an welche gemacht, die meistens aber nicht ganz so wurde, wie ich sie mir vorgestellt habe. Doch nicht ganz einfach, das Gericht: die Platten zu hart, insgesamt zu wenig Salz, keine gute vegane Béchamel, oder oder. Diese hier zaubert mir allerdings genau so einen glücklichen Bauch, wie damals in der Kindheit.

Traditionell oder kreativ?

Ich habe ein paar Abwandlungen gemacht, die sich zwar ein wenig vom Traditionellen wegbewegen, aber wirklich gut dazupassen – z.B. verpasse ich der klassischen Béchamel durch Cashewmus, Hefeflocken und etwas Zwiebelpulver gerne einen „cheesy“ Touch. Das lässt sich theoretisch auch noch weiter ausbauen, sodass man z.B. ganz auf gekauften veganen Käse verzichten könnte. Mit selbstgemachter Käsesoße überbacken klappt auch wunderbar. Je nach Lust und Laune gebe ich auch gern einige getrocknete Tomaten oder gehackte Walnüsse mit in die Bolognese, die das ganz noch aromatischer und deftiger machen. Rote Spitzpaprika und/oder braune Champignons machen sich auch sehr gut. 

Was gibt's zu beachten?

Für eine gute Lasagne sollte die Bolognese immer etwas nasser und salziger sein als sonst. Das ist wichtig, da die Lasagneplatten während des Backens ja in der Soße gegart werden und dabei einen Teil des Wassers und Salzes aufnehmen. Ist die Soße nicht etwas versalzen, dann ist die Lasagne später fad. Zudem sollte sie auch möglichst feinstückig sein, damit die Platten gut aufeinander aufliegen und von beiden Seiten mit Flüssigkeit benetzt sind. 

Alternativen zu Seitan: eine vielfältige Auswahl.

Das Rezept für das verwendete Seitanhack findet ihr hier. Ich habe speziell für Gerichte wie diese Lasagne einen besonders dunklen, deftigen Seitan entwickelt, der sich zerschreddert wunderbar als Hackfleischersatz eignet. Wer den Seitan nicht selbst herstellen möchte oder ihn nicht verträgt, kann aber natürlich auf allerlei Alternativen zurückgreifen. Zum Beispiel…

  • Im Einzelhandel gibt es massenhaft vegane Hackalternativen zu kaufen (diese sind jedoch oft hoch verarbeitet und gehen fast immer mit einer Menge Plastikmüll einher).
    Dafür steht man hier vor einer immensen Auswahl küchenfertiger Produkte: auf Seitan (= Weizenprotein)- und/oder Sojabasis, auf Erbsenprotein- oder Lupinenbasis. 
  • Davon, gekauften Seitan speziell zu schreddern, rate ich eher ab, da sich dieser von der Konsistenz und dem Geschmack womöglich nicht für die Verwendung eignet.
  • Eine zeitsparende Alternative wäre die Verwendung von Sojageschnetzeltem, das mit Gewürzen eingeweicht wird. Wie man das macht, erkläre ich in diesem Beitrag zu veganer Bolognese.  
  • Von der Verwendung her gleich sind Varianten auf Basis von Sonnenblumenkern- oder Erbsenprotein. Diese sind jedoch etwas schwerer erhältlich (dafür soja- & weizenfrei!).
  • Mit einer Gabel zerkrümeltes und mariniertes Tofu eignet sich ebenfalls wunderbar. 
  • Ich hab auch mal gehört, dass gehackte, marinierte Walnüsse (evtl. in Kombination) sich ganz gut eignen, um Hack zu ersetzen – vielleicht in Kombination mit etwas mehr Gemüse. Probiert doch mal herum! 😉 

Das Grundrezept lässt sich auf jeden Fall auch problemlos mit etwas Anderem als (selbstgemachtem) Seitan zubereiten. 

Gutes Gelingen wünsche ich beim Ausprobieren!

Vegane Lasagne mit Seitanhack

Eine wunderbar deftige vegane Lasagne mit selbstgemachtem Seitanhack und cremiger Béchamel. Die Menge reicht für für 4-6 Personen. Gut dazu passt ein frischer Salat.
Gericht: Hauptgericht
Land & Region: Italienisch, Mediterran
Diet: Vegan
Portionen: 6 Stücke

Equipment

  • opt. Universalzerkleinerer (Food Processor) ODER Küchenreibe
  • Großraumpfanne
  • Schneebesen
  • Auflaufform, 23x23 cm

Zutaten

Für die Bolognesesauce

  • 1-2 Zwiebeln
  • 2-4 Knoblauchzehen
  • opt. 3-4 getrocknete Tomaten in Öl
  • 1-2 mittelgroße Möhren
  • 250 g Seitanhack Rezept auf dem Blog
  • 1-2 Lorbeerblätter
  • opt. 50-100 ml Rotwein trocken
  • 600-700 ml passierte Tomaten
  • TL Salz
  • 5-6 Spritzer Agavendicksaft oder Zucker; zum Säureausgleich
  • Pfeffer, schwarz frisch gemahlen
  • ¾ TL Zwiebelpulver
  • ½ TL Knoblauchpulver
  • je 1 EL Oregano, Thymian, Kräuter der Provence
  • 1 gest. EL Paprikapulver
  • opt. 1 Stück Zartbitterschokolade = 10 g
  • Öl zum Anbraten

Außerdem

  • 150 g vegane Käsealternative gerieben
  • ca. 150-200 g Lasagneplatten

Für die Béchamelsauce

  • 30 g Alsan (vegane Butter)
  • 3 EL Weissmehl
  • 200 ml Pflanzenmilch
  • ¾ TL Salz
  • TL Muskat
  • Pfeffer, weiß
  • opt. ½-1 EL Hefeflocken
  • opt. 1 gest. EL Cashewmus
  • opt. ¼ TL Zwiebelpulver

Anleitungen

  • Wir beginnen mit der Bolognese. Zwiebeln, Knobi und ggf. getrocknete Tomaten kleinschnippeln. Möhren reiben oder im Food Processor schreddern.
  • Etwas Öl in einer großen, tiefen Pfanne erhitzen und die Lorbeerblätter hineingeben. Ist das Öl heiß, die Zwiebeln hineingeben und leicht bräunen lassen. Im Anschluss gesellen sich die Möhren und der Knoblauch hinzu, nach einer Weile dann das Seitanhack. Mit Rotwein ablöschen. Ist dieser verdampft, dürfen die passierten Tomaten dazu. Ggf. kommt noch die Schokolade hinein.
    Würzen, abschmecken und (mit Deckel) auf niedriger Stufe köcheln lassen.
  • Als nächstes kommt die Béchamel (wer es klassisch mag, lässt hier die optionalen Zutaten weg). Vegane Butter (& ggf. das Cashewmus) in einem kleinen Topf erhitzen, dann das Mehl dazugeben und kräftig mit dem Schneebesen rühren. Milch dazu und weiterrühren, bis die Soße andickt und schön cremig wird. Würzen.
  • Den Ofen auf 180°C Umluft/200°C Ober-/Unterhitze vorheizen, ein Blech auf die mittlere Schiene.
    Jetzt kommt der spassigste Teil: die Lasagne schichten. Es geht immer Bolognese - Lasagneplatten (gut andrücken!) - Bolognese. Die Béchamelsauce reicht bei mir für 2 Schichten, die ich zusätzlich auf die letzten zwei Bologneseschichten gebe. Mit veganem Käse bestreuen.
    Die Lasagne kommt jetzt für 40 Minuten in den Ofen & freut sich dann, verzehrt zu werden!

Du hast mein Rezept ausprobiert? Dann tag mich auf Instagram oder schreib mir hier in die Kommentare!

Melina

Ich bin Melina, Studentin aus Hamburg & lebe seit 2013 vegan. An meinen Rezeptkreationen feile ich gerne ausgiebig herum und teile sie hier mit der Welt. Ich freue mich sehr über Feedback, Ideen und Anregungen - also zögert nicht, die Kommentarspalte zu benutzen!

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