Fruchtig-scharfes Tomaten-Kokos-Curry mit buntem Gemüse & Tofu

Talking about weeknight meals

Ich bin ja nicht so der Typ für die im Internet häufig angepriesenen 15- oder 30-Minuten-Gerichte. Irgendwie schaffe ich es immer wieder, auch für die schnellsten Sachen eine Dreiviertelstunde aufwärts in der Küche zu stehen. Nicht, weil ich prinzipiell so langsam wäre, sondern weil ich mich  gerne mit Liebe jedem Detail zuwende – na gut, an meinen schlechten Tagen spielt der Umstand mit hinein, dass ich dann mal paddelig bin. Aber ein Hauch von Liebe darf niemals fehlen.

Ein Curry wie dieses gibt es bei uns oft unter der Woche. Mit einer Gesamtarbeitszeit von 1,5 Stunden (bei einem Koch/einer Köchin) ist das bei uns schon ganz schön fix. Und wie es nunmal so ist, fügen sich auch die Gemüsesorten der verbreiteten Eile in der Küche nicht einfach so. Nur weil man in 30 Minuten kochen will, ist das Gemüse nicht unbedingt in 30 Minuten durch.

Gibt der Kühlschrank zufällig mal wieder eine Gemüsemischung her, die geradezu danach schreit, zu einem schmackhaften Curry verarbeitet zu werden, können wir uns dem einfach nicht widersetzen. In diesem Fall habe ich jedoch ein paar, mir in Curry besonders liebe, Zutaten dazugekauft: Süßkartoffeln & Zuckerschoten.

Nicht alles da? Kein Problem!

Dieses Rezept ist eine Art Basisrezept für fruchtiges Tomaten-Kokos-Curry. Die Schärfe kann man hier natürlich ganz einfach dem eigenen Geschmack anpassen – nach Rezept hat es in etwa eine mittlere Schärfe. Auch das Gemüse lässt sich nach Belieben variieren. Hierbei ist bloß zu beachten, die jeweiligen Gemüsesorten gegen solche mit ähnlicher Garzeit auszutauschen, z.B. Süßkartoffel gegen Hokkaido-Kürbis (hohe Garzeit, da sehr hart; eignet sich beides super zum Backen). Auch Karotten oder andere Wurzelgemüse könnte man grob gewürfelt super backen, ansonsten würden sie sich etwa zur selben Zeit wie die Paprika dazugesellen.

Ach ja – lasst euch auf keinen Fall von der Gewürzliste abschrecken! Ist was nicht da, ist das kein Weltuntergang. Einfach durch etwas Ähnliches ersetzen oder mehr von etwas Anderem nehmen. Wer sie nicht braucht, kann die Mengenangaben ignorieren – für alle anderen habe ich mir Mühe gegeben, sie mitzuschreiben. 

Falls noch Fragen offen sind, immer her damit & ansonsten viel Spaß beim Nachkochen!

Fruchtig-scharfes Tomaten-Kokos-Curry mit buntem Gemüse & Tofu

Ein fruchtiges Curry für 2-6 Personen (je nachdem, wie lange man etwas davon haben möchte 😉 ). Lasst euch von der langen Gewürzliste nicht abschrecken - es muss nicht alles da sein. Nehmt einfach mehr vom Rest, ersetzt es durch etwas Ähnliches und schmeckt das Ganze gut ab. Das Gemüse lässt sich nach Belieben austauschen.
Vorbereitungszeit30 Min.
Zubereitungszeit1 Std.
Arbeitszeit1 Std. 30 Min.
Gericht: Hauptgericht
Land & Region: Indisch, Orientalisch
Diet: Gluten Free, Vegan
Portionen: 6 große Portionen

Zutaten

Für das Curry

  • 1 sehr große oder 2 kleine Süßkartoffel(n) + 2TL Salz, 1 Schluck Öl, 1 gest. EL Paprikapulver, ½ EL Tandoori Masala o.Ä.
  • 1 mittlere Aubergine + 1TL Salz, 1 Schluck Öl, je 1 TL Paprika & Tandoori, ½ TL Pfeffer
  • 1 mittlere Zucchini
  • 2 kleine oder 1 große Zwiebel(n)
  • 4-5 cm Ingwer
  • 200 g Zuckerschoten
  • 2 kleine Spitzpaprika rot
  • 1 Paprika orange
  • 3 mittlere Knoblauchzehen
  • 200 g Räuchertofu z.B. Mandel-Sesam oder Mandel-Nuss
  • 2 EL Sojasoße
  • 1-2 EL Ahornsirup oder Agavendicksaft
  • 1 TL rote Currypaste* oder Sambal Oelek + etwas Currypulver
  • 400 ml Kokosmilch opt. fettreduziert; = 1 Dose
  • 250 ml passierte Tomaten *

Für die Würze

  • 1 Lorbeerblatt
  • opt. 7 Curryblätter
  • 2,5 TL Kurkuma
  • 1 TL Knoblauchpulver
  • ½ TL Zwiebelpulver
  • 1 TL Pfeffer am Besten frisch gemahlen
  • 1 geh. TL Ingwerpulver
  • 1 TL Paprikapulver rosenscharf
  • ½ EL Tandoori Masala
  • 1 TL rote Currypaste **
  • 1 TL mildes gelbes Currypulver ***
  • 1 EL Koriander getrocknet (oder frisch, dann aber mehr)
  • 1 TL Cayennepfeffer
  • 1 TL Koriandersamen gemahlen
  • einige Spritzer Agavendicksaft oder einige TL Rohrzucker (zum Säureausgleich)

Für den Reis

  • 300 g Basmatireis
  • 4-5 Kardamomkapseln oder 1-2 Lorbeerblätter
  • TL Salz

Außerdem

  • opt. geröstete Cashews zum Garnieren
  • opt. frischer Koriander zum Garnieren

Anleitungen

  • Zu Beginn die Aubergine in ca. 1-2cm dicke Scheiben schneiden, auf einen großen Teller legen und großzügig mit Salz bestreuen (das entzieht ihr Feuchtigkeit & Bitterstoffe). 15-30 Minuten stehen lassen, bis sich sichtbare Wassertropfen bilden.
    Das Tofu in Würfel schneiden und mit einer schnellen Marinade aus Sojasoße, Ahornsirup und Currypaste/Sambal Oelek vermischen.
    Im Anschluss die Süßkartoffel(n) schälen und sowohl Süßkartoffel als auch Zucchini in 1-3cm große Würfel schneiden. Die Zuckerschoten grob hacken, die Paprika etwas feiner würfeln oder in dünne Streifen schneiden. Knobi, Ingwer und Zwiebeln fein hacken.
    Als Letztes kümmern wir uns wieder um die Aubergine. Die Scheiben gründlich unter fließendem Wasser ausspülen und mit einem sauberen Küchenhandtuch trockenpressen. Dann auch diese würfeln.
  • Den Ofen auf 200°C Umluft (/220°C Ober-/Unterhitze) vorheizen. Auf einer Backfolie die Süßkartoffel mit den angegeben Gewürzen und Öl vermengen und für insgesamt 30 Minuten in den Ofen wandern lassen. Auf dem Blech sollte ca. 1/3 Platz übrig bleiben, da die Aubergine sich später noch dazugesellt.
    Die Aubergine in einem Gefäß mit Gewürzen & Öl vermengen und nach 10 Minuten mit aufs Blech kippen, dann 20 Minuten fertig backen.
  • Los geht's mit dem eigentlichen Curry. In einer großen Pfanne etwas Öl erhitzen und Lorbeer- sowie opt. Curryblätter hineingeben. Ist das Öl heiß, gesellen sich zuerst die Zwiebeln hinzu. Sobald die Zwiebeln leicht gebräunt und glasig sind, wandern Ingwer, Knobi und das marinierte Tofu mit hinein. Das darf jetzt alles eine Weile knusprig braten.
  • Währenddessen den Reis aufsetzen. Den Reis mit dem doppeltem Volumen kochendem Wasser aufgießen (am Besten in Tassen messen), das Salz und die Kardamomkapseln/Lorbeerblätter hinzugeben. Auf mittelhoher Stufe aufkochen lassen, dabei regelmäßig rühren. Sobald der Reis 2-3 Minuten sprudelnd gekocht hat, Deckel drauf, Platte aus oder auf niedrigste Stufe stellen und den Reis ausquellen lassen.
  • Zum Tofu gesellt sich nun die Paprika und brät eine Weile fröhlich vor sich hin. Etwas später folgen dann Zuckerschoten und Zucchini. Langsam kann man die Hitze auch runterstellen und einen Deckel auf die Pfanne setzen. Nach einem Weilchen kann das Ganze mit Passata & Kokosmilch aufgegossen und ordentlich gewürzt**** werden. Als Letztes noch schnell das gebackene Gemüse unterheben und bis zu 5 Minuten mitköcheln lassen.
  • Das Curry mit dem Reis anrichten & optional garnieren. Servieren & genießen!

Notizen

*Statt passierten Tomaten eignen sich auch stückige Tomaten aus der Dose oder frische, gehackte Tomaten. Frische Tomaten sollten zum Ende der Bratzeit, bevor die Kokosmilch dazukommt dazugegeben werden und eine Weile weich werden. 
**Ich habe hier Tikka Masala Paste verwendet, man kann aber auch eine andere rot-orangene Currypaste verwenden. Der Geschmack wird dann natürlich etwas anders, aber das kann man mit den restlichen Gewürzen abgleichen.
***Ich benutze Mild Madras Curry aus dem indischen Supermarkt. 
****Das Würzen kann man natürlich auch schon viel früher beginnen, dann ziehen die Aromen besser durch. 

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kitchenartistry

Ich bin Melina, Studentin aus Hamburg & lebe seit 2013 vegan. An meinen Rezeptkreationen feile ich gerne ausgiebig herum und teile sie hier mit der Welt. Ich freue mich sehr über Feedback, Ideen und Anregungen - also zögert nicht, die Kommentarspalte zu benutzen!

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